Monographien


Cusanus in Marburg. Hermann Cohens und Ernst Cassirers produktive Form der Philosophiegeschichtsaneignung. Aschendorff: Münster 2015. (= Texte und Studien zur europäischen Geistesgeschichte, Reihe B, Bd. 10). [Zugl.: Oldenburg, Univ., Habil.-Schrift, 2012].

Erstmals umfassend analysiert wird das "Dreiergestirn" Cusanus - Cohen - Cassirer. Kirstin Zeyer weist auf, dass der Marburger Neukantianismus mit seinem Schulgründer Hermann Cohen und dessen Schüler Ernst Cassirer eine eigenständige Form der Rezeption des Nicolaus Cusanus prägte, die für einen historische und systematische Ansätze verbindenden Umgang mit Philosophiegeschichte eine relevante und bis heute ungebrochen aktuelle Vorbildfunktion besitzt. Scharf konturiert wird die wegweisende Funktion auf dem Hintergrund des Vergleichs zu den bis jetzt noch nicht näher untersuchten Cusanus-Interpretationen von Rudolf Eucken und Richard Falckenberg, die ebenfalls dem Umfeld des Idealismus angehören und einen Schwerpunkt auf die cusanische Frage nach der Erkenntnis setzen. Mit der Berücksichtigung von charakteristischen neuidealistischen und neu-kantianischen Interpretationen wird zugleich ein wichtiger Kernbereich der Frühphase der Cusanus-Forschung im 19. Jahrhundert in ihrem Zusammenhang erschlossen.


Paul Jostock (1895-1965). Christlicher Widerständler und Sozialreformer aus der Trierer Region. Eine Einführung in Leben und Werk. Roderer: Regensburg 2007. (= Philosophie Interdisz. Bd. 20).

Mit der vorliegenden Einführungsschrift soll in allgemeinverständlicher Form ein Einblick in Leben und Werk des Sozialreformers von der Mosel gegeben werden, um die sozialphilosophische Bedeutung Paul Jostocks mit ihren Anregungen für die sozialen Fragen in Kultur und Gesellschaft eines demokratischen Staates und für die Gestaltung auch des gegenwärtigen eu-ropäischen Einigungsprozesses vor Augen zu führen. Dabei spielt der Blick auf die historische und politische Entwicklung des Trierer Raums als einer europäischen Kernregion mit den Bezugspunkten zu u. a. Nicolaus Cusanus / Thomas v. Aquin, Oswald von Nell-Breuning und Karl Marx eine zentrale Rolle.


Erkenntnistheorie im 20. Jahrhundert. Die kontroversen klassischen Positionen von Spicker, Cassirer, Hartmann, Dingler und Popper. Olms: Hildesheim [u.a.] 2005. (= Studien u. Materialien zur Geschichte der Philosophie, Bd. 68). [Zugl.: Münster (Westf.), Univ., Diss., 2004].

Das Erbe der mit Hegels Tod einsetzenden Identitätskrise der Philosophie, in welche sie infolge der Krise des Idealismus und der Erfolge der Naturwissenschaft geriet, prägt die Erkenntnistheorie des 20. Jahrhunderts. Vor diesem Hintergrund zeichnen sich die in dieser Untersuchung im vielfältigen Kontext interpretierten und miteinander verglichenen Positionen durch ihre innovativen Lösungsansätze aus: Rehabilitation, Neubegründung und gebietsübergreifende Ausweitung der Erkenntnistheorie, Wiedergewinnung ihrer orientierungsbegründenden Funktion in Alltag und Wissenschaft statt ihrer Verwissenschaftlichung. Damit leisten sie einen gemeinsamen und die Gegenwartsphilosophie herausfordernden Beitrag gegen die Verschüttung der erkenntnistheoretischen Problemdimension einschließlich der Begründungsmittel.

After Hegel’s death, with the crisis of idealism and the triumphs of science, philosophy began to suffer an identity crisis, the legacy of which characterises 20th century epistemology. Against this background, the positions interpreted and compared in this study are distinguished by their innovative approaches to a solution: the rehabilitation, re-establishment and interdisciplinary expansion of epistemology, the reclaiming of its role of justifying orientation in everyday life and knowledge as a instead of its development as a narrow and specialised academic discipline. These approaches provide a common reminder and challenge to contemporary philosophy not to bury the problematic dimensions of epistemology, including the means of justification.


Die methodische Philosophie Hugo Dinglers und der transzendentale Idealismus Immanuel Kants. Mit einem Geleitwort von Ulrich Hoyer. Olms: Hildesheim [u.a.] 1999. (= Studien und Materialien zur Geschichte der Philosophie, Bd. 52). [Zugl.: Münster (westf.), Univ., Magisterschrift, 1997]

"Ohne Leidenschaft geht es nicht, und schon gar nicht in der reinen Wissenschaft." (Karl Popper) Der nur wenigen bekannte Zeitgenosse Hugo Dingler (1881-1954) zeigt, daß subjektive Gründe nicht nur immer schon stillschweigend die Forderung nach Objektivität begleiten, sondern für den synthetischen Aufbau eines Systems der Erkenntnis sogar zwingend sind. Wissenschaft, errichtet vor allem aus Prinzipien a priori, ist daher im Anschluß an Kant auch das Werk Dinglers, das durch den Einbezug technisch-experimenteller Praxis die Kantische Auffassung um ihre Anwendbarkeit erweitert. Im Blick auf die wissenschaftliche Praxis wird die Erkenntnistheorie durch eine grundlegend neue Lehre abgelöst: die Methodik als das Verfahren der zu gewinnenden Erkenntnis. Mit ihr fällt die Annahme eines Ding an sich, nicht aber die Möglichkeit und der Weg zu einem Wissen, das als zu sicherndes und zu systematisierendes im Mittelpunkt der Bestrebungen beider Philosophen steht.

"It doesn' t work without passion, especially not in pure science." (Karl Popper) The contemporary Hugo Dingler (1881-1954), only known to a few, shows that subjective reasons have not only always accompanied the demand for objectivity, but that they are even absolutely necessary for the synthetic constructions of a system of knowledge. Following Kant, the work of Dingler is also science: it is constructed primarily from a priori principles and expands the Kantian view to include its applicability. With regard to scientific practice, cognitive theory is replaced by a fundamental new teaching: methodology as the technique of the knowledge to be gained. With it falls the assumption of a thing in itself, but not the possibility of and the way to a knowledge which, as a knowledge to be secured and systematized, is at the centre of the efforts of both philosophers.